![]() | |
|
8. Februar 2004, 16:21, NZZ Online Avanti-Gegenvorschlag ist gebodigt62,8 Prozent der Stimmberechtigten haben Nein gesagtSchon am frühen Nachmittag war klar: Der Gegenvorschlag des Bundes zur Avanti-Initiative ist gescheitert. Nicht nur hat er aber das Ständemehr verpasst, auch die Mehrheit der Stimmberechtigten haben die Strassenbau-Vorlage abgelehnt. Gesamtschweizerisch lag der Nein-Stimmenanteil bei fast 62,8 Prozent. Der Kanton Uri sagte gar mit 73,6 Prozent Nein zur Vorlage. rel. Das Trommelfeuer der Avanti-Gegner hat bei den Stimmberechtigten Wirkung gezeigt. Die Vorlage ist klar gescheitert. Schon am frühen Nachmittag fiel die Entscheidung, als die Vorlage das Ständemehr verpasst - kein einziger Kanton hat sich zugunsten des Gegenvorschlags ausgesprochen. Aber auch gemessen an den Stimmanteilen kann von einem deutlichen Resultat gesprochen werden. Gesamtschweizerisch lag der Nein-Stimmenanteil bei 62,8 Prozent. Am klarsten haben die Direktbetroffenen der Vorlage votiert, die Urner beispielsweise haben zu 73,6 Prozent Nein gesagt, die Walliser zu fast 72 Prozent. Am gnädigsten waren noch die Tessiner. Sie lehnten den Gegenvorschlag nur mit rund 55,7 Prozent Nein-Stimmen ab. Für einmal war auch kein wesentlicher Unterschied zwischen den Landesgegenden auszumachen. Die Romandie verhielt sich nicht autofreundlicher oder -feindlicher als die Deutschschweiz. Und auch zwischen Stadt und Land herrschte Einigkeit in der Ablehnung. Zweite Gotthard-Röhre gab den AusschlagDer Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Avanti-Initiative hätte sowohl Auswirkungen auf Strassenbau wie auf den öffentlichen Verkehr gehabt. Vorgesehen war, das Nationalstrassennetz fertigzustellen, Engpässe auf Autobahnen zu beseitigen und Verkehrsprobleme in den Agglomerationen zu lindern. Was jedoch die Gegner der Vorlage vor allem störte, war die vorgesehene Lockerung des Alpenschutzartikels von 1994. Damit wäre der Bau einer zweiten Gotthard-Autobahnröhre ermöglicht worden. Im Vorfeld der Abstimmung haben die Gegner vor allem dies kritisiert und ihre Abstimmungskampagnen darauf ausgerichtet. Die Vorlage ist nach übereinstimmender Ansicht der Gegner wie der Befürworter an eben diesem Stolperstein gescheitert. Den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre als Bestandteil der Vorlage wollten die Stimmberechtigten nicht hinnehmen - und lehnten die ganze Vorlage ab, die auch aus Sicht der Gegner durchaus positive Aspekte zum Inhalt hatte. Doch nicht allein der Schutz der Alpen dürfte dieses wuchtige Nein motiviert haben. Auch die Angst vor einem weiteren Fass ohne Boden in Zeiten des Sparens hat dem Avanti-Gegenvorschlag wohl das Genick gebrochen. | |
Resultate: Karten und Tabelle Reaktionen: 2. Gotthard-Röhre wurde abgelehnt Mietrecht: Schwerer Stand Verwahrung: Initiative auf Erfolgskurs Dossier: Volksabstimmung vom 8. Februar | |
![]() | |
|
Diesen Artikel finden Sie auf NZZ Online unter: http://www.nzz.ch/2004/02/08/il/page-newzzDQEY2MFP-12.html | |
![]() | |
|
Copyright © Neue Zürcher Zeitung AG | |
![]() | |